Unzufrieden im Beruf? Was jetzt zu tun ist

Unzufrieden im Beruf? Was jetzt zu tun ist

Aktuell denken vier von zehn Erwerbstätigen über einen Jobwechsel nach oder haben schon entsprechende Schritte in die Wege geleitet (Forsa im Auftrag von XING E-Recruiting, Feb. 2022).

Die deutliche Tendenz dieser Zahlen bestätigt sich: Erstmals zeigt die umfangreichste Studie zur Arbeitsplatzqualität, der Gallup Engagement Index, dass die Wechselbereitschaft in Deutschland sogar höher ist als in den USA.

Artikel von Berit Jürgensen – erschienen am 19. April 2022

Fünf konkrete Tipps VOR der beruflichen Veränderung

  1. Handeln, statt beim Zweifeln zu verharren
  2. Rat einholen: z.B. über Job-Coaches, Karriereberater:innen, neutrale Personen im Bekanntenkreis
  3. Ursache der eigenen Unzufriedenheit klären
  4. Stärken, Talente und Fähigkeiten bewusst machen
  5. Berufliches Ziel definieren, konkrete Schritte dorthin einleiten und kontinuierlich verfolgen

Immer mehr Menschen stellen ihren Job sowie ihr Verhältnis zum Arbeitgebenden infrage und denken über eine Kündigung nach.

Bin ich in meiner aktuellen Position noch richtig aufgehoben? Haben sich mein Arbeitgeber oder meine Führungskraft während der Pandemie so verhalten, wie ich es mir gewünscht hätte? Diese Fragen stellen sich derzeit viele Arbeitnehmende. Wichtig ist jedoch, nicht beim Grübeln zu verweilen, sondern möglichst früh zu klären, woher eventuelle Unzufriedenheiten rühren.

Vor dem konkreten Jobwechsel gilt es einiges zu beachten

Ergründen Sie beispielsweise mit Hilfe einer fundierten Standortbestimmung, ob ein Jobwechsel hilfreich für Sie sein könnte, und definieren Sie ein lohnendes Ziel, das sie erreichen möchten. Im Idealfall klären Sie diese Fragen mit einer professionellen Karriereberatung und beleuchten Ihre größten Erfolge, aber vielleicht auch die ein oder andere Niederlage Ihres Arbeitslebens im Sparring mit Ihrem Berater oder Ihrer Beraterin. Da das berufliche Ich niemals losgelöst von Ihrer restlichen Person existiert, betrachten Sie darüber hinaus auch weitere relevante Themen wie familiäre, psychologische und persönliche Fragestellungen. Damit Sie sicher sein können, dass Ihr Bauchgefühl Sie nicht trügt, helfen bei Bedarf auch anerkannte psychologische Testverfahren, welche ein guter Karrierecoach an Ihrer Seite kennen und einzusetzen wissen sollte.

Was hat Sie in der Vergangenheit besonders motiviert? Wo liegen Ihre Talente?

Eine sogenannte Standortbestimmung befähigt Sie, Ihre aktuelle Situation im Verhältnis zu Ihren Werten und Wünschen zu betrachten. Somit fällt es wesentlich leichter, zu eruieren, welche Perspektiven grundsätzlich am Arbeitsmarkt bestehen und wohin Ihre Reise gehen könnte.

Nachdem Sie Ihren Startpunkt gefunden haben, geht es darum, ein lohnendes Ziel zu definieren.

Welche (Job-)Perspektive empfinden Sie als spannend? Welchen beruflichen Traum haben Sie sich bis heute nicht erlaubt umzusetzen? Anhand von Coaching-Methoden überprüft Ihr Berater oder Ihre Beraterin gemeinsam mit Ihnen, wie weit Sie schon auf dem Weg zum Ziel sind und was Sie bis zum Erreichen desselbigen noch benötigen.

Visualisieren Sie Ihre Vorstellung von einer Aufgabe, die Sie erfüllt, und denken Sie ab jetzt vom Ziel ausgehend!

Natürlich ist jede Veränderung (auch die, die Sie selbst initiieren) mit einem Risiko verbunden. Sie müssen Ihre Komfortzone verlassen. Möglicherweise merken Sie auf dem Weg zum Ziel, dass Sie sich zu viel vorgenommen haben oder dass die vermeintlich breite Straße doch in einer Sackgasse endet. Als Teil der Zielklärung wird daher stets definiert, in welcher Abstufung ein Ziel noch interessant für Sie ist, sprich welche Kompromisse Sie eingehen würden. Umso wichtiger ist es daher, jemanden an seiner Seite zu wissen, der Erfahrung mit solchen Situationen hat und Ihnen hilft, die eingeschlagene Route noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren – oder aber auch nur, um Ihnen den Rücken zu stärken und Sie zu begleiten.

Machen Sie sich Gedanken über Ihre Kompromissfähigkeit, bevor das erste Jobangebot vorliegt.

Die berufliche Tätigkeit ist einer der relevantesten Teile des eigenen Lebens und für viele Menschen eng mit der eigenen Identität verknüpft. Es ist sogar erwiesen, dass der Job die Persönlichkeit stärker verändert als familiäre Ereignisse. Grund genug, bei einer vorherrschenden Unzufriedenheit nicht länger zu zögern, sondern stattdessen Perspektiven zu schaffen. Unsere Karriereberater:innen unterstützen Sie gerne dabei.